Flurnamen des Dorfes und der Feldmark Ruthen

Zusammengestellt, aufgeschrieben und erläutert von Johannes Pabst,
ergänzt durch den Autor


Flurnamen sind die Namen für besondere Erscheinungsformen auf der Feldflur und der Siedlung. Sie können einzelne Gebäude , Straßen und Wege, Wald und Acker, Wiesen und Weiden, Gewässer und Feldscheiden bezeichnen. Sie sind von Generation zu Generation mündlich überliefert worden und dienen zur besseren Orientierung auf der Feldmark und in den Dörfern. Für die Heimatforschung haben Flurnamen einen großen Wert, weil sie uns frühere Besitzverhältnisse, veränderte Wirtschaftsformen, landschaftliche Veränderungen sowie Sitten und Bräuche unserer Vorfahren überliefern. Einige Flurnamen haben ein erstaunliches Alter, so daß sie auch für die Entwicklung unserer Sprache interessant sind und zur Sprachforschung herangezogen werden können.
Aus diesen Gründen ist es sehr wichtig, daß die Flurnamen gesammelt, aufgeschrieben und in Karten eingetragen werden, damit sie der Nachwelt erhalten bleiben. Dieser Versuch ist hier für das Dorf Ruthen unternommen worden. Die Flurnamen sind in der niederdeutschen Sprachform aufgeschrieben, in der sie entstanden sind und in der sie auch heute am meisten gebraucht werden. Zum besseren Verständnis steht diehochdeutsche Form daneben. Die Zahlen vor den Flurnamen bezeichnen die Nummer, womit sie in der Wirtschaftskarte eingetragen sind. Dadurch kann ihre Lage genau bestimmt werden.


Das Dorf

1 Burstäden Bauernhöfe Früher Tagelöhnerkaten, auf einer Seite nördlich der Dorfstraße
2 Grot Buernhus Großes Bauernhaus Auf der Domäne früher Schaf- und Fohlenstall
3 Duwwelt Buernhus doppeltes Bauernh. Früher Roggenscheune
4 Duwwelt Buernhus Doppeltes Bauernh. Früher Haferscheune
5 Kauhstall Kuhstall für die Domäne Fachwerkstall mit Strohdach und einem storchennest, seit 1933 Scheune, 1985 zusammengefallen und abgeschoben
6 Wohnhaus für zwei Familien Früher Schnitterkaserne
7 Konsum   Verkaufsstelle im ehem. Gutshaus
8 Kasuhstall Kuhstall Auf dem früheren Pachtgut nur Pferdestall; Beim Resthof Pferde-, Kuh- und Schweinestall; Milchkuhstall der LPG; 1999 abgebrochen
9 Swienstall Schweinestall Seit 1933 ?
10 Feldschän Feldscheune Seit 1933 ?
11 Apenstall Rinder-Offenstall  
12 Kulturrum Kulturraum 1946/47 als Baracke; 1972 massiv aufgebaut von den beiden LPD’s
13 Smäd Schmiede Von 1933 – 1958
14 Transfomaterhus Trafohaus Bei der Elektrifizierung des Dorfes 1936 aufgebaut
15 Plantag Obstbaumplantage 1940 angelegt
16 Nie Plantag Neue Plantage 1960 angelegt gegenüber der alten Plantage, auf dem Acker der seit 1933 zu Werder gehört und dort "Ruther Acker" heist

Straßen und Wege

17 Dörpstrat Dorfstraße Mit Kopfstein gepflastert; die Gehöfte liegen nur an der nördlichen Seite; 199? mit Betonpflaster;
18 Fettkoppelweg   Feldweg nach der Fettkoppel; Verlängerung der Dorfstr. nach Westen
19 KAP-Strat Wirtschaftsstraße Zwichen den Chausseen LBZ – Glb; LBZ – Werder
20 Kirchhoffsweg   Weg zum Friedhof

Acker, Berge und Kuhlen

21 Swart Barg Schwarzer Berg Im Nordwesten der Feldmark, mit Fichten bestanden
22 Rieder Heute Acker Südlich des ‚Lang in Söw‘
23 Schaperkamp Schäferkamp /Schafweide Südlich des Dorfes; zwischen Straße und Bahn
24 Ödland Heute auch Ödland Südöstlich; zwischen Dorf und Elde
25 Margelkuhl Mergelkuhle Westl. des Schäferkamps; im Acker von H. Geu
26 Margelkuhl Mergelkuhle Östl. des Dorfes. Dorfes; nördl. des Eldebogens, in dem früheren Acker von K. Pelzer
27 Kieskuhl Kiesgrube Westl. am Schwarzen Berg; später Mülldeponie


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